Kantonale Vorgaben

Im Kanton Zürich wird Unterricht HSK gemäss oben genannter Vorgabe des HarmoS-Konkordats (Art. 4, Abs. 4) angeboten. Zusätzlich gilt das Volksschulgesetz und die Volksschulverordnung, die die Massnahmen zur Integration regeln (VSG § 15 und VSV § 13 und 14):

Volksschulgesetz vom 7. Februar 2005

§ 15 ¹ Die Direktion kann von ausserschulischen Trägerschaften angebotene Kurse in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) anerkennen.

² Die Verordnung regelt die Voraussetzungen der Anerkennung und deren Folgen.

Volksschulverordnung vom 28. Juni 2006

§ 13 ¹ In den Kursen in heimatlicher Sprache und Kultur erweitern fremdsprachige Schülerinnen und Schüler die Kenntnisse in ihrer Erstsprache und über die Kultur ihres Herkunftslandes.

² Träger der Kurse sind die Botschaften oder Konsulate der Herkunftsländer. Die Bildungsdirektion kann auch Kurse anderer Trägerschaften anerkennen.

³ Kurse werden anerkannt, wenn sie dem vom Bildungsrat erlassenen Rahmenlehrplan entsprechen, politisch und konfessionell neutral und nicht gewinnorientiert sind. Die Kurse umfassen höchstens vier, auf der Kindergartenstufe und in der 1. Klasse der Primarstufe höchstens zwei Lektionen pro Woche.

4 Die Lehrpersonen müssen über eine Unterrichtsbefähigung und ausreichende Deutschkenntnisse verfügen und die obligatorischen Weiterbildungen besuchen.

§ 14 ¹ Die Kurse werden wenn möglich außerhalb der Unterrichtszeiten angesetzt.

² Die Gemeinden

  1. stellen wenn möglich geeignete Räumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung,
  2. dispensieren die Schülerinnen und Schüler während höchstens zwei Lektionen pro Woche vom ordentlichen Unterricht, falls die Kurse während der Unterrichtszeit stattfinden,
  3. melden der Bildungsdirektion Missstände bei der Durchführung der Kurse.

³ Die Kursnoten werden ins Zeugnis eingetragen.

4 Die Bildungsdirektion regelt das Anmeldeverfahren. Im Übrigen sind die Organisation und Durchführung der Kurse Sache der Trägerschaft, insbesondere die Finanzierung sowie die Auswahl, Anstellung und Beaufsichtigung der Lehrpersonen.

 

Anerkennung der Trägerschaften

Die Anerkennung trägt dazu bei, die Qualität der Erstsprachförderung zu sichern und weiterzuentwickeln. Sie bietet zudem die Möglichkeit, sich besser mit anderen Trägerschaften zu vernetzen.

Der Kanton Zürich knüpft an die Anerkennung als Trägerschaft für Unterricht HSK im Grundsatz folgende Voraussetzungen:

Die Trägerschaft

  • verfügt über eine breite Abstützung und eine gute Vernetzung in der Sprachgruppe
  • garantiert einen politisch und konfessionell neutralen Unterricht
  • ist offen gegenüber allen Kindern der Sprachgruppe
  • stellt eine geeignete Lehrperson mit pädagogischer oder gleichwertiger Ausbildung ein
  • stellt sicher, dass die Lehrperson Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 nachweist.

Die Koordinatorin, der Koordinator

  • ist Ansprechperson für den Kanton
  • hat die Aufsicht über den Unterricht
  • arbeitet mit den öffentlichen Schulen und den Eltern zusammen.

Die Koordinatorin / der Koordinator muss über Deutschkenntnisse auf Niveau B1 verfügen.

Der Kanton Zürich prüft das Anerkennungsgesuch aufgrund von Gesprächen und schriftlichen Unterlagen. Für weitere Informationen kann die kantonale Fachstelle HSK (siehe Kontaktadressen) kontaktiert werden.

 

Nutzen einer Anerkennung

Eine kantonale Anerkennung bringt viele Vorteile für die Elternvereine HSK:

  • Kostenlose Nutzung von Räumen der öffentlichen Schulen
  • Die öffentlichen Schulen machen Eltern und Kinder auf Angebote HSK aufmerksam
  • Teilnahme der Lehrpersonen HSK an Lehrerinnen- und Lehrer-Konventen (mit beratender Stimme)
  • Öffentlichkeitsarbeit und Beratung durch die kantonalen Verantwortlichen HSK
  • Besuch der kantonalen Weiterbildungsangebote für Lehrpersonen HSK zu den gleichen Konditionen wie Lehrpersonen der öffentlichen Schulen
  • Die Beurteilung aus dem Unterricht HSK kann dem Zeugnis der Volksschule beigelegt werden.