Interkantonales Handbuch zur Organisation von HSK-Unterricht
HSK-Info

Unterricht in heimatlicher Sprache und Kultur - HSK

HSK

Die Elternvereine HSK spielen eine wichtige Rolle bei der Integration. Sie helfen Eltern, Kontakte zu knüpfen, und ermöglichen es den Kindern und Jugendlichen, ihre Kenntnisse in der Sprache oder den Sprachen ihrer Eltern zu vertiefen. Wer die Sprache/n der Eltern gut beherrscht, kann jede weitere Sprache schneller lernen.

Der Unterricht HSK findet in Schulhäusern statt. Kinder und Jugendliche lernen in ihren Erstsprachen sprechen, verstehen, lesen und schreiben. Sie lernen auch, unterschiedliche Kulturen, Werte und Normen miteinander zu vergleichen, zu verstehen und zu respektieren.

Für die Weitergabe einer Sprache von einer Generation zur nächsten ist neben der Familie auch das Umfeld entscheidend. Der Unterricht in der Erstsprache und –kultur, der vom Kindergarten bis über die obligatorische Schulzeit hinaus angeboten wird, stärkt die Sprache und die kulturellen Wurzeln, die einen Teil der Identität der Kinder und Jugendlichen bilden. Wenn ihre Eltern verschiedene Sprachen sprechen, können Kinder auch zwei Erstsprachen erwerben. Dabei ist es wichtig, dass die Elternteile jeweils konsequent ihre eigene Sprache mit den Kindern sprechen, nach dem Prinzip: eine Person – eine Sprache.

Die Elternvereine mit Angeboten HSK spielen eine wichtige Rolle bei der Integration. Sie helfen den neu angekommenen Familien, sich rascher einzugewöhnen und sich in der Schweiz heimisch zu fühlen. Mit Hilfe des Elternvereins HSK knüpfen diese Eltern Kontakte, informieren sich über das Leben in der Schweiz und bekommen Hilfe bei schulischen Fragen und Orientierungswissen im Alltag von Landsleuten, die schon länger in der Schweiz leben. Für Familien, die schon seit einer oder mehreren Generationen in der Schweiz leben, sind die Angebote HSK eine Unterstützung, um die Erstsprache auch über die zweite Generation hinaus als Ressource zu pflegen und die Verbindung zum Herkunftsland der Eltern und den Zugang zu dessen kulturellem Erbe aufrechtzuerhalten.

Unterricht in heimatlicher Sprache und Kultur hat eine lange Tradition in der Schweiz. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden die ersten Angebote, die sich bis heute stetig weiterentwickelt haben. Das beinhaltet sowohl verbesserte pädagogische Angebote als auch steigende Verantwortung für die Trägerschaften.

Der Besuch des Unterrichts

Unterricht HSK ist die Abkürzung für Unterricht in Heimatlicher Sprache und Kultur. Hier werden Schülerinnen und Schüler in ihrer/n Erstsprache/n unterrichtet. Der Besuch ist freiwillig, mit einer Anmeldung verpflichten sich die Eltern aber zur regelmässigen Teilnahme bis jeweils Ende Schuljahr. Moderner Unterricht HSK zeichnet sich dadurch aus, dass er integrierend wirkt, die eigene und gegenseitige Wertschätzung fördert und persönlichkeitsbildend ist, sich mit unterschiedlichen Normen und Werten auseinandersetzt und Brücken schlägt zu den in den Regelklassen vermittelten Inhalten und Themen. Die nachweislichen Kompetenzen in der Erstsprache werden in einem separaten Zeugnisformular festgehalten, das dem Zeugnis der öffentlichen Schule beigelegt werden kann (Infos dazu finden Sie hier).

Ziele des Unterrichts

Der Unterrichtslehrplan, der von den Trägerschaften erarbeitet werden muss, richtet sich nach dem Rahmenlehrplan für Heimatliche Sprache und Kultur (HSK). Dieser wurde von der Bildungsdirektion des Kantons Zürich in Zusammenarbeit mit den Trägerschaften HSK erarbeitet und findet schweizweit Anerkennung (Details zum Thema finden Sie hier und www.vsa.zh.ch/hsk). 

Organisationsformen

Der Unterricht wird entweder von Botschaften oder Konsulaten oder nichtstaatlichen Elternvereinen angeboten.

Im Unterricht HSK werden Kinder und Jugendliche der jeweiligen Sprachen aus verschiedenen Schulorten zusammengezogen und auf ihrer Klassenstufe oder auch stufenübergreifend unterrichtet. Der Unterricht orientiert sich an den Lehrplänen der jeweiligen Herkunftsländer sowie am Rahmenlehrplan HSK. Er findet oft an einem schulfreien Nachmittag, nach dem Schulunterricht oder am Samstagmorgen statt. In der Regel wird der Unterricht ab Kindergarten oder ab der 1. Primarklasse angeboten. Die Kursanmeldung erfolgt über die öffentlichen Schulen oder über die Koordinationspersonen der Anbietenden. Die Kurse umfassen höchstens vier, auf der Kindergartenstufe und in der 1. Klasse der Primarstufe höchstens zwei Lektionen pro Woche.

In der Regel wird der Unterricht in den Räumen der öffentlichen Schulen durchgeführt. Die Leistungsbeurteilung wird dem Zeugnis oder dem Lernbericht der öffentlichen Schule beigelegt.